Was tun, wenn Terrassenplatten auf Kies oder Splitt absacken?
Sacken Terrassenplatten auf einer Kies- oder Splittschüttung ab, stehen für die Sanierung vier Wege offen – vom erneuten Verlegen der vorhandenen Platten bis zum vollständigen Rückbau des bisherigen Aufbaus. Auf Balkonen und Flachdächern liegen Beton- oder Steinplatten häufig auf einer Schüttung aus Kies oder Splitt. Verlagert sich das lose Material unter Belastung, können einzelne Platten absacken, wackeln oder sich gegeneinander verschieben. Vor Beginn der Sanierung muss deshalb entschieden werden, ob die vorhandenen Platten wiederverwendet, überbaut oder entfernt werden sollen.
Das erneute Verlegen der vorhandenen Platten verursacht den geringsten Aufwand. Dazu werden die abgesackten oder wackelnden Platten aufgenommen und die darunterliegende Schüttung neu ausgerichtet. Anschließend werden die Platten höhengleich und vollflächig aufliegend zurückgelegt. Um die lose Kies- oder Splittschüttung dauerhaft zu stabilisieren, können geeignete Kunststoff-Wabengitter eingebaut werden. Diese halten das Füllmaterial in einzelnen Kammern fest und verhindern weitgehend, dass es sich unter Belastung seitlich verlagert.
Beim zweiten Verfahren bleiben die vorhandenen Beton- oder Steinplatten liegen und dienen als Tragschicht für einen neuen Terrassenbelag. Voraussetzung ist, dass der Altbelag dauerhaft tragfähig, ausreichend eben und frei von wackelnden Platten oder größeren Höhenversätzen ist. Falls nötig, muss er zunächst neu ausgerichtet werden. Darauf können Terrassenplatten aus Gummigranulat verlegt werden. Ihre genaue Dicke hängt von der gewählten WARCO-Baureihe ab. Da die Platten wasserdurchlässig sind und über Dränagekanäle auf der Unterseite verfügen, kann Niederschlagswasser durch den Belag abfließen. Gefälle, Abläufe und vorhandene Dränagewege müssen dennoch überprüft und dauerhaft freigehalten werden.
Beim dritten Weg werden die Beton- oder Steinplatten entfernt, während die vorhandene Kies- oder Splittschüttung erhalten bleibt. In diese Schüttung werden geeignete Kunststoff-Wabengitter eingebaut und bis zur Oberkante mit dem vorhandenen oder einem geeigneten neuen Material verfüllt. Für diesen Aufbau muss eine ausreichende Einbautiefe vorhanden sein. WARCO setzt bei der Sanierung einer bestehenden Schüttung eine Tiefe von mindestens 6 cm voraus. Die Füllung wird bündig mit der Oberkante der Gitter abgezogen, sodass eine ebene und lagestabile Tragschicht entsteht. Darauf können die Terrassenplatten aus Gummigranulat unmittelbar verlegt werden. Eine zusätzliche freie Schüttung oberhalb der Wabengitter ist nicht sinnvoll, da sich das Material dort erneut verlagern könnte.
Beim vierten Weg werden sowohl der vorhandene Plattenbelag als auch die gesamte Kies- oder Splittschüttung entfernt. Anschließend können die Terrassenplatten aus Gummigranulat unmittelbar auf einer intakten, tragfähigen und ausreichend ebenen Dach- oder Balkonabdichtung verlegt werden. Bei weichmacherhaltigen Kunststoffbahnen muss zwischen Abdichtung und Gummigranulat eine geeignete Trennlage eingebaut werden. Beschädigte Abdichtungen müssen vor dem Verlegen fachgerecht instand gesetzt oder erneuert werden.
Soll die vorhandene Aufbauhöhe erhalten bleiben, kann ein Höhenausgleich mit dafür geeigneten, ausreichend druckfesten Polystyrolplatten erfolgen. Dabei muss sichergestellt sein, dass die Dämmplatten für die auftretenden Lasten geeignet sind, flächig und stabil aufliegen und den Wasserabfluss nicht behindern. Ob ein solcher Aufbau möglich ist, hängt von der vorhandenen Dachkonstruktion ab.
Bei jeder Sanierungsvariante müssen Gefälle, Entwässerungswege und Abläufe funktionsfähig bleiben. Auf Balkonen und Dachterrassen sind darüber hinaus die zulässige Flächenlast, die erforderlichen Anschlusshöhen, die Verträglichkeit der verwendeten Materialien und gegebenenfalls die Sicherung gegen Windsog zu berücksichtigen. Welche Lösung geeignet ist, richtet sich daher nach dem Zustand des Altbelags und der Abdichtung sowie dem vorhandenen Dachaufbau.